|
Über eine Eislauflernschule der Neuköllner Sportfreunde kam
ich als kleiner „Spätzünder“ mit 9 ½
Jahren zum Rollsport.
Zu dieser Zeit gab es leider nicht die Möglichkeit, so wie
heute, inten-siv Rollkunstlaufen zu betreiben. In den ersten 2
Jahren wurde in meinem damaligen Verein im Winter nur
Eiskunstlaufen angeboten.
Im Sommer war das Training sehr vom Wetter abhängig, da dem
NSF nur die Außenbahn im Eisstadion Neukölln als
Trainingsmöglichkeit zu Verfügung stand. Ich kann mich noch an
viele Male erinnern, wo ent-weder das Training ausfiel oder die
Eltern mit Schiebern die Roll-schuhbahn von Wasserpfützen
befreien mußten.
Wenn dann aber mal die Sonne schien, war es herrlich. Außer
man stürzte und zog sich durch den Betonboden Schürfwunden zu.
Trotz aller Widrigkeiten war ich dem Rollkunstlauf von Anfang
an verfallen.
Ein besonderes Ereignis waren natürlich die Wettkämpfe.
Lübeck ist mir dabei in besonderer Erinnerung, weil ich dort zum
ersten Mal in einem Wettbewerb den Axel stand und dadurch Erste
in der Kombination wurde.
Sehr stolz war ich beim letzten stattfindenden Berliner
Kürpokal, wo ich nicht nur von 17 Teilnehmern den 3. Platz
belegte, sondern auch Läuferinnen hinter mir ließ, die schon
länger und intensiver trainierten als ich. Mein sportlicher
Höhepunkt war die Teilnahme bei den Norddeutschen
Meisterschaften 1999 wo ich in der Pflicht antrat.
Da ich mir nicht vorstellen konnte ohne Rollsport meine Tage
zu verbringen, habe ich nach meiner aktiven Zeit sofort meine
Ausbildung zur Trainerin begonnen.
Im Nachhinein weiß ich, dass die Zeit, in der mich der
Rollkunstlauf während meiner aktiven Zeit begleitet hat, mein
Selbstbewusstsein, meine Disziplin und meinen Gemeinschaftsinn
stark geprägt hat.
Ich wünsche mir, dass ich meinen Vereinskindern als Trainerin
die Freude am Sport vermitteln kann, so wie ich sie als Läuferin
empfunden habe.
Eure Trainerin
|